Protest der Unternehmerverbände
Ostsächsische Wirtschaft fordert Soforthilfe für hochwassergeschädigte Unternehmen
Die Präsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer Dresden (HWK), Dr. Günter Bruntsch und Claus Dittrich, haben sich jetzt mit einem offenen Forderungspapier an Sachsens Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Sven Morlok, gewandt, und eine massive Aufstockung der Direkthilfen für vom Augusthochwasser betroffene Unternehmen gefordert.
In der vergangenen Woche hatte sich kurzfristig eine große Zahl geschädigter Unternehmer in Zittau getroffen und den Kammervertretern in dramatischer Weise geschildert, dass ohne eine deutliche Aufstockung der Hilfe viele Unternehmen vor dem Aus stehen würden. Angesichts der Schadenssummen und bereits bestehender Verbindlichkeiten stellen die angebotenen zinsvergünstigten Kredite und beschlossenen Soforthilfepauschalen keine wirkliche Hilfe dar.
„Für die strukturschwache Region Ostsachsen erwarten die Firmen ganz klar die gleichen Fluthilferegelungen wie 2002. Die Unternehmerinnen und Unternehmer haben auch sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie der Staatsregierung ansonsten für Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste durchaus eine Mitverantwortung zuschreiben würden“, so IHK-Präsident Dr. Günter Bruntsch nach dem Treffen in Zittau. Nach Ansicht von Handwerkskammerpräsident Dittrich dürfe „die Staatsregierung auf keinen Fall einer ganzen Region den Eindruck vermitteln, sie sei für den Freistaat nicht von Interesse“. „Wir haben Staatsminister Morlok um einen dringenden Gesprächstermin gebeten, um Möglichkeiten einer weitergehenden Unterstützung zu erörtern“, so Dittrich.
Damit eine Soforthilfe wirksam sein, kann fordern die Unternehmer eine Vorleistung des Freistaates. Des weiteren verlangen sie eine Veränderung der bislang über die Sächsische Aufbaubank (SAB) angebotenen zinsgünstigen Kredite. Konkret wird dabei eine Verlängerung der bisherigen maximalen Laufzeit von fünf Jahren gefordert. Die betroffenen Unternehmen sind besonders über die fehlende oder zu spät erfolgte Warnung vor dem Hochwasser erbost. Bei rechtzeitiger Information wären die Schäden deutlich geringer ausgefallen. Eine rückhaltlose Aufklärung wird erwartet.
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