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Komödie von Shakespeare kommt auf die Bühne

Vorhang auf in Bautzen

Rubrik: Nachrichten

Am 28. April, 19:30 Uhr feiert „Maß für Maß“ von William Shakespeare Premiere im großen Haus. „Denn mit welchem Maß ihr messet, wird euch gemessen werden.“ - dieser Satz aus der Bergpredigt korrespondiert mit dem Titel der wohl „dunkelsten“ Komödie von William Shakespeare. Darf man bei "Maß für Maß“ überhaupt von einer Komödie sprechen? – Eigentlich ist es wohl eher eine Tragikomödie, ein Stück, das wie eine Tragödie beginnt und wie eine Komödie endet.

 

„Maß für Maß“, 1604 uraufgeführt, ist ein Stück voller Rätsel. Shakespeare entwirft eine Groteske, in der die politische Obrigkeit jeden Bezug zum Volk verloren hat. Mehr noch: Vor den erlassenen Gesetzen sind eben längst nicht alle gleich; zumindest dann nicht, wenn Politik, Geld und Sex erst mal unglückselige Verbindungen eingegangen sind. Am Ende gewinnt nicht, wer gut, aufrichtig oder gerecht ist, sondern wer clever genug ist, so zu erscheinen.

 

Schauplatz ist die Stadt Wien, wo es drunter und drüber geht. Unter Herzog Vincentio (Ralph Hensel) drohen trotz klarer Gesetzeslage Kriminalität, Sittenverfall und Prostitution überhand zu nehmen. Der Herzog nimmt eine Auszeit , reist scheinbar außer Landes und setzt als Statthalter den sittenstrengen Angelo (Marian Bulang) ein, der unverzüglich beginnt, eine rigide Moralpolitik durchzusetzen. Er verurteilt den jungen Claudio (Marvin George) wegen Sex vor der Ehe zum Tode. Als sich aber Claudios Schwester Isabella (Lisa Lasch) für ihren Bruder einsetzt, geraten Angelos Prinzipien ins Wanken. Er unterbreitet ihr ein unmoralisches Angebot: Das Todesurteil wird aufgehoben, wenn sie dafür mit ihm schläft. Für die strenggläubige Isabella ein tragisches Dilemma: Soll sie sich prostituieren, um ihren Bruder zu retten? Der Herzog Vincentio allerdings beobachtet als Mönch verkleidet das Geschehen und zieht im Hintergrund die Fäden…

 

Regisseur Michael Funke, der auch für das Bühnenbild verantwortlich ist, setzt sich für seine Inszenierung folgende Maxime: „Es gilt mit allen uns zur Verfügung stehenden Theatermitteln, das WESEN der Figuren herauszuschälen, den Kern ihrer Situation plastisch, gestisch, physisch begreifbar zu machen. Das gelingt nicht mit bloßer Psychologie. Es braucht klare Formen der Körperlichkeit, der Melodie und des Rhythmus der Sprache. (…) Dieses Stück lässt sich politisch inszenieren, wenn es komödiantisch fesselnd unterhält. Dann wird es realistisch.“ Kostümbildnerin Katharina Lorenz unterstützt mit ihren prallen, witzigen Kostüm- und Maskenentwürfen diese Regieintentionen. Für den Soundtrack zum Stück sorgt Tasso Schille.

 

Am Tag der Premiere gibt es 30 Minuten vor Beginn dieser Inszenierung im Ostfoyer eine Stückeinführung mit Dramaturgin Eveline Günther.

 

Quelle: DSVTheater Bautzen

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