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Nachrichten

Wird aus BER nun der Flughafen Berlin-BÄR?

Tower für Hauptstadt-Airport kommt aus dem Landkreis Görlitz

Datum: 01.04.2019
Rubrik: Nachrichten

Der Tipp kam aus gewöhnlich gut informierten Kreisen der Geheimen Welt von Turisede (früher als Kulturinsel Einsiedel bekannt), wo versteckt die Künstlerische Holzgestaltung Bergmann GmbH verrückte Baumhäuser und Freizeitanlagen baut. Am 26. März 2019 konnten wir auf das Betriebsgelände gelangen und das bislang wohlgehütete Geheimnis lüften:

Tower für Hauptstadt-Airport kommt aus dem Landkreis Görlitz
Die Verzögerungen beim Bau des Berliner Flughafens BER haben ihre gute Seiten, denn so bleibt den Planern genug Muße, sich den Details zuzuwenden. Jüngste Herausforderung war, etwas zu schaffen, das neue Sympathien für das am Boden liegende Bauprojekt weckt. Der Auftrag für eine bemerkenswerte Kombination aus Alleinstellungsmerkmal, ökologischem Bauen und Sympathieträger ist an die Firma Künstlerische Holzgestaltung Bergmann GmbH aus Zentendorf im Landkreis Görlitz gegangen. Es handelt sich um den umweltfreundlich aus Holz errichteten Tower des Flughafens BER, der die Form eines Bären, des Berliner Wappentiers, erhält.

Jurusch Bergmann, künstlerischer Leiter des Unternehmens, das in der Geheimen Welt von Turisede zu Hause ist, erläutert: „Das muss man sich vorstellen: Der Flieger ist im Landeanflug und die Passagiere sehen den Tower in Form eines Bären! Die Tower-Besatzung winkt freundlich, im Flugzeug brummt die Hydraulik der Landeklappen wie ein Bär und schließlich fliegt man an der Nasenspitze des Bären vorbei und setzt auf!“
Was für New York die Freiheitsstatue und für Paris der Eiffelturm, das ist für den BER der Bär. Neben den Diensträumen für die Mitarbeiter der Deutschen Flugsicherung gibt es einen stabilen Besucheraufstieg, über den man den Wolken ein Stück näher kommt. Stabile Gitter schützen vor einem unverhofften Absturz. Noch ist das Zukunftsmusik, denn der Bär liegt in der großen Werkstatthalle, genau dort, wo sich zum Folklorum die Tänzer vor der Großen Hallenbühne versammeln. Schon sind die Konturen zu erkennen, fünf Mitarbeiter sind fleißig dabei, dem neuen Berliner Wahrzeichen mit Kettensägen und Schrauben das Finish zu geben. Sobald der Bär aus der Halle gefahren ist, kommt es zur ersten Stehprobe.

Tests auf dem Flugplatz Rothenburg/O.L.
Natürlich müssen auf dem BER besonders strenge Sicherheitsvorschriften eingehalten werden, vom Brandschutz bis zur Standfestigkeit. Deshalb wird der riesige Holzbär, der eine Endhöhe von 29,64 Metern (inklusive Ohren) erreichen soll, auf dem Flugplatzgelände im nahen Rothenburg/O.L. einer intensiven Testserie unterzogen. Dabei geht es neben der Standsicherheit um das Schwingungsverhalten bei Luftverwirbelungen, wie sie beim Vorbeiflug auftreten. Zunächst sollen Motorsegler den Bären umkreisen. Übersteht er das schadlos, kommt ein ausgedienter Kampfhubschrauber sowjetischer Bauart zum Einsatz. Der Testpilot, der die Maschine schon in der NVA flog, schildert: „Bei diesem Typ brauchte man keine Bomben abzuwerfen, die Häuser stürzten schon vom Vorbeiflug ein.“ Die größte Belastungsprobe jedoch soll das Triebwerk eines Düsenjets werden, das früher zum Auftauen von Braunkohle im Kraftwerk eingesetzt wurde und nun direkt auf den Bären gerichtet wird. „Feuertaufe“ ist sicherlich der richtige Ausdruck für diesen Test. Im Ergebnis der Belastungsproben wird es sich um den ersten sicherheitszertifizierten Bärentower der Welt handeln.

Termine?
Beim BER nicht nötig Für die turisedischen Holzgestalter, bekannt für ihre verrückten Bauwerke, handelt es sich um einen angenehmen Auftrag ohne jeden Termindruck. „So schnell nehmen die den BER nicht in Betrieb“, begründet Bergmann die mit ruhigen Händen ausgeführte Montage, „ein paar Jahre brauchen die noch. Bei uns gilt oack ne jechn, wie wir in der Oberlausitz sagen.“ Auf Hochdeutsch heißt das, man solle sich nur nicht abhetzen. Aber da können die Oberlausitzer von den Berliner Flughafenerbauern sicherlich noch viel lernen.

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