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Nachrichten

Premiere für TheaterJugendClub und das Zittauer Schauspielensemble

Endland

Datum: 30.09.2020
Rubrik: Nachrichten

Vor reichlich einem halben Jahr wollte das Gerhart-Hauptmann-Theater auf der Zittauer Studiobühne mit »Endland« einen Blick in ein Deutschland, in dem eine totgeglaubte Ideologie das Denken bestimmt, präsentieren. In letzter Minute musste die Premiere jedoch ausfallen, da im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie der Spielbetrieb eingestellt wurde. Nun, da das Theater seine neue Spielzeit aufgenommen hat, wird die Premiere am Samstag, dem 03. Oktober um 19:30 Uhr stattfinden.

Die Inszenierung von Patricia Hachtel ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Martin Schäuble. In der Produktion, an der sowohl der TheaterJugendClub, als auch Mitglieder des Schauspielensembles beteiligt sind, hat eine nationalistische Partei in Deutschland die Macht übernommen und sich mit einer Grenzmauer von Flüchtlingen und Migration abgeschottet. Vor diesem Hintergrund kreuzen sich die Wege des äthiopischen Flüchtlingsmädchens Fana, das in Deutschland auf ein Medizinstudium hofft und des deutschen Soldaten Anton, der voll und ganz hinter dem harten Programm der Regierungspartei steht.

Ein Deutschland, dass sich mit einer Mauer vor dem Flüchtlingsstrom abschottet und in dem man hilfesuchende Menschen nur noch als »Invasoren« bezeichnet, klingt in der heutigen Zeit, wo das politische Klima immer rauer wird, Politiker einzelner Parteien vorschlagen, Flüchtlinge mit Waffengewalt loszuwerden und Menschen vor lauter Verzweiflung unvorstellbare Risiken auf sich nehmen, um aus ihrer Heimat zu flüchten, sehr real. Der Autor Martin Schäuble zeichnet in seinem Roman »Endland« zwar eine Dystopie, trifft damit aber genau den Zeitgeist. Tatsächlich hat die Realität die Dystopie in einigen Aspekten bereits eingeholt. In der Adaption des Gerhart-Hauptmann-Theaters stehen Deutschland und Äthiopien so auch stellvertretend für viele andere Länder auf der Welt mit ähnlichen Problemstellungen.
Patricia Hachtel, die am Zittauer Haus als Schauspielerin, Regisseurin und Dramaturgin tätig ist, inszeniert das gemeinsame Projekt des TheaterJugendClubs und des Zittauer Schauspielensembles. Sie möchte in »Endland« nicht einfach ein klares Bild von »Gut« oder »Böse« aufzeigen, sondern Fragen anregen wie: Wer entscheidet, welche Gründe für Flucht gerechtfertigt sind und welche nicht? Warum reagieren Menschen so, wie sie reagieren? Mit »Endland« hat sie eine eingängige, tiefsinnige Produktion geschaffen, die das Publikum anregen soll, sich selbst Gedanken zu machen. Denn genau wie der junge Soldat Anton müssen wir entscheiden, wofür wir stehen und für welche Werte wir eintreten wollen.

Das Stück ist eine Kooperation mit den Städtischen Museen Zittau zu dem Projekt »entKOMMEN. Das Dreiländereck zwischen Vertreibung, Flucht und Ankunft« im Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster in Zittau und der Hillerschen Villa – Soziokultur im Dreiländereck. An dem Projekt sind zahlreiche deutsche und polnische Partner beteiligt. Es setzt sich unter anderem mit den Folgen von Flucht und Vertreibung auseinander, die die Dreiländerecks-Region schon lange prägen.

Handlung
In Äthiopien beschließt die junge Fana auf Anraten einer Ärztin die Flucht nach Deutschland zu riskieren, da sie in Afrika keine Perspektive für ihr Leben sieht. Ihre Hoffnung ist, dort ein Medizinstudium beginnen zu können.

In Deutschland ist der junge Soldat Anton begeistert von der neuen Regierungspartei Nationale Alternative und deren politischen Plänen, was beispielsweise den Umgang mit Flüchtlingen betrifft. Er und sein Freund Noah, der im Gegensatz zu Anton der politischen Entwicklung ablehnend gegenübersteht, bewachen die neue Grenzmauer, die das Land umschließt.

Im neuen Deutschland werden Flüchtlinge nur »Invasoren« genannt. Menschen wie Fana, die im letzten Flüchtlingslager Deutschlands auf Anton, der sich dort in geheimer Mission aufhält, trifft und sich mit ihm anfreundet. Als Anton von seiner Regierung den Auftrag zur Ausführung eines tödlichen Terroranschlags bekommt, sieht er sich zu Entscheidungen gezwungen, deren Konsequenzen sein Leben und das Leben seiner Freunde verändern könnten.

Theater Zittau
Sa., 03.10.20, 19:30 Uhr – Premiere
Fr., 09.10.20, 19:30 Uhr
Mi., 14.10.20, 19:30 Uhr – Studententag

Eine Produktion im Rahmen des Projektes ›entKOMMEN – Das Dreiländereck zwischen Vertreibung, Flucht und Ankunft‹, gefördert im Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes.Quelle: Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau GmbH
Foto: Pawel Sosnowski

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