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Jüdische Geschichte der DDR und der Oberlausitz

Vielfältig betrachtet

Datum: 29.09.2021
Rubrik: Nachrichten

Die Initiative Tacheles Oberlausitz beteiligt sich morgen und am Freitag mit drei Veranstaltungen zu jüdischem Leben in Görlitz, Ostritz und Zittau an der diesjährigen Interkulturellen Woche im Landkreis Görlitz.


Führung in der Görlitzer Synagoge
Die Erkundungstour beginnt am 30. September um 14 Uhr mit einer Führung durch die Görlitzer Synagoge. Dr. Markus Bauer, Kunsthistoriker, langjähriger Direktor des Schlesischen Museums zu Görlitz und Vorstandsvorsitzender des Förderkreises der Görlitzer Synagoge vermittelt Wissenswertes über Geschichte und Entwicklung des Gebäudes, über die Geschichte der Görlitzer Jüdinnen und Juden und die Gemeinde, die die Synagoge 1911 hat errichten lassen.

Der Eintritt in die Synagoge kostet 5 Euro, die Führung ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten.


Vortrag und Gespräch zu jüdischem Leben in der DDR in der Oberlausitz
Weiter geht die Tour mit einem Vortragsabend in Ostritz. Nur eine Handvoll von Jüdinnen und Juden lebte nach 1945 noch in der Oberlausitz. In seinem Vortrag nimmt der Sozialhistoriker Steffen Heidrich von der Technischen Universität Dresden diese kleine Gruppe in den Blick und geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen sich in der sozialistischen Gesellschaft der DDR jüdisches Leben entwickelte und woran es auch scheiterte. In Geschichten über Glauben, Traumata, Erinnerung und den Umgang mit Antisemitismus wird eine bisher kaum beachtete Geschichte jüdischer Menschen in der Oberlausitz erzählt. Wie die von Mordka Schwarz, dem letzten orthodoxen Juden Ostsachsens. Aus Majdanek stammend, lebte er bis 1939 in Auschwitz, dem heutigen polnischen Oświęcim und war dort in der jüdischen Gemeinde im Vorstand aktiv. Er überlebte das KZ Groß-Rosen und kam nach der Befreiung nach Zittau, wo er von 1946 bis zu seinem Tod im Jahr 1970 das Kaufhaus Schwarz betrieb.

Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, mit dem Referenten ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen oder von eigenen Erfahrungen zu berichten. Das Gespräch wird von Felix Pankonin, Leiter der Netzwerkstatt der Hillerschen Villa aus Zittau moderiert.

Die Veranstaltung findet statt am 30. September um 19 Uhr im Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal in Ostritz. Sie ist offen für alle Interessierten und kostenfrei. Um eine Anmeldung wird gebeten.

 

Workshop zu „Jüdisches Leben in der DDR im Unterricht“
Zur Vertiefung der Thematik bietet die Hillersche Villa am 1. Oktober von 09:00 bis 15:30 Uhr in Zittau einen Praxisworkshop speziell für Lehrkräfte „Jüdisches Leben in der DDR im Unterricht“. Referent ist auch hier der Sozialhistoriker Steffen Heidrich, der sich in seinen Forschungen mit dem Jüdischen nach der Shoa in den Regionen Ostsachsen und Unterfranken beschäftigt. Im Workshop erfahren Pädagoginnen und Pädagogen anhand von drei Themenkomplexen eine Einführung in die Regionalgeschichte jüdischen Lebens nach 1945 und bekommen konkrete Anregungen sowie Quellenmaterial, wie sie das Thema in die (fächerübergreifende) Unterrichtsarbeit einbauen können.

Der Tagesworkshop ist kostenfrei. Die Hillersche Villa bittet um Anmeldung.

 

Hintergrund
Mit dem Gemeinschaftsprojekt "Tacheles Oberlausitz" organisieren das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal (IBZ), die Hillersche Villa gGmbh und der Förderkreis der Görlitzer Synagoge e.V. eine Veranstaltungsreihe zu jüdischem Leben in der Oberlausitz und gegen antisemitische Einstellungen. Mehr Informationen zum Projekt und zu weiteren Veranstaltungen gibt es auf der Website des IBZ.

Die Veranstaltungen finden statt im Rahmen des Festjahres #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland. Ziel des Festjahres ist es, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen und dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen. Die Veranstaltungen sind zudem Teil der Interkulturellen Woche im Landkreis Görlitz 2021. Ein Überblick über das bundesweite Programm des jüdischen Festjahres findet sich hier.

Quelle: PM Internationalen Begegnungszentrums St. Marienthal
Symbolbild: Ri Butov auf Pixabay

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