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Verstanden

Nachrichten

Ein Blick zurück und in die Gegenwart

Der Kindertransport und unsere Region

Datum: 06.11.2021
Rubrik: Nachrichten

Am Montag, den 8. November 2021, um 19 Uhr lädt das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal in Ostritz zu einem Vortrags- und Gesprächsabend ein. Es geht um die Geschichte von jüdischen Kindern, die Ende der 1930er mit dem Kindertransport vor den Nationalsozialisten aus unserer heutigen Grenzregion ins Ausland gerettet worden sind.

Rund 20.000 jüdische Kinder wurden durch die Rettungsaktion „Kindertransport“ 1938 und 1939 vor den Nationalsozialisten vor allem nach Großbritannien gerettet. Darunter auch Ursula aus Görlitz, deren Vater Adolph Totschek das bekannte Kaufhaus Totschek in der Görlitzer Steinstraße betrieb und eine Handvoll weiterer Kinder aus Bunzlau und anderen Orten Schlesiens. Im Gesprächsabend wird Tamara Meyer, die in den USA lebende Tochter von Ursula, die persönliche Geschichte ihrer Mutter erzählen und von deren Erinnerungen als Kind berichten. Hinter jedem Kind, dass auf den Kindertransport geschickt wurde, steht auch die Geschichte von Eltern, die die herzzerreißende Entscheidung trafen, das Leben ihrer Kinder zu retten, indem sie sie allein in die Fremde schickten - und wahrscheinlich nie wiedersehen würden.

Neben den persönlichen Erzählungen geben Dr. Amy Williams und Dr. Bill Niven mit anschaulichem Bildmaterial einen historischen Überblick zu der von jüdischen Gemeinden und Hilfsorganisationen 1938 und 1939 organisierten Rettungsaktion. Die Historikerin und der Historiker von der Nottingham Trent University in Großbritannien forschen zu transnationalen Perspektiven auf den Kindertransport und darauf bezogene Erinnerungskultur. Sie halten weltweit Vorträge, kuratieren Ausstellungen und veröffentlichen Bücher zum Thema.

Dabei blickt die Veranstaltung nicht nur zurück, sie schlägt auch immer wieder den Bogen ins Jetzt: Wie hat der Kindertransport ganze Familiengeschichten bis heute beeinflusst? In welcher Verbindung stehen die damaligen Schicksale mit den Menschen, die heutzutage zur Flucht gezwungen sind? Wenn wir genau hinsehen, entdecken wir auch einen Teil unserer persönlichen Geschichte in der Grenzregion heute? Das Publikum ist herzlich eingeladen, Fragen zu stellen und eigene Gedanken einzubringen.

Der Gesprächsabend wird moderiert von Dr. Justus H. Ulbricht. Der Dresdner Historiker ist freier Mitarbeiter der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten und kostenfrei. Sie findet im IBZ St. Marienthal in 02899 Ostritz statt und wird zusätzlich online übertragen. Die Veranstaltung wird in englischer Sprache abgehalten und für die vor Ort Anwesenden simultan übersetzt. Sowohl für die analoge als auch die digitale Teilnahme wird um eine Anmeldung bis 7. November 2021 unter olbrich@ibz-marienthal.de oder 035823 – 770 gebeten.

 

Hintergrund
Dieses Jahr findet bundesweit das Festjahr #2021JLID – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland statt. Aus diesem Anlass haben die Stiftung Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal (IBZ), das Soziokulturelle Zentrum Hillersche Villa aus Zittau und der Förderkreis der Görlitzer Synagoge die Gemeinschaftsaktion „Tacheles Oberlausitz – Initiative für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus“ ins Leben gerufen. Mit einem Veranstaltungsprogramm wird die verdrängte und vergessene jüdische Kultur insbesondere der Oberlausitz erlebbar gemacht und „Tacheles“ geredet, um Antisemitismus etwas entgegenzusetzen. Das Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums des Innern, Bau und Heimat finanziert.

Die Veranstaltung ist zudem Teil der Jüdischen Gedenkwoche Görlitz. Rund um das Gedenken an die Progromnacht 1938 findet vom 4. bis 9. November 2021 in Görlitz / Zgorzelec eine bislang einzigartige Woche der Erinnerung statt. Nachfahren Görlitzer Jüdinnen und Juden aus aller Welt kommen auf Einladung der Initiatorin Lauren Leiderman in die Stadt an der Neiße. Sie bringen Erinnerungen an ihre Vorfahren und an das lebendige jüdische Gemeindeleben in Görlitz vor dem 2. Weltkrieg mit. 15 Stolpersteine werden verlegt, erstmals auch in Zgorzelec.

Die Veranstaltung ist ebenso Teil der Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung und findet in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung statt.

Weiterführende Informationen
Tacheles Oberlausitz – Initiative für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus

Jüdische Gedenkwoche Görlitz

Festjahr #2021JLID – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

 

Quelle: PM Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal
Symbolbild: von cocoandwifi auf Pixabay

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