Bundesligaauftakt in Bautzen
Große Enttäuschung beim Kraftsportverein aus der Spreestadt
Eine lange Serie erfolgreicher Bundesliga-Heimkämpfe ging für den KBV Bautzen am vergangen Sonnabend zu Ende. Obwohl die drei Gastmannschaften nicht in Bestbesetzung antreten konnten, reichte es für die fünf Bautzener diesmal mit 1.752,55 Punkten nur zu Platz 4, knapp hinter dem VfB Klötze. Große Freude gab es bei den Deutschen Vizemeistern, den Nordlichtern vom Herrnburger AV. Sie erkämpften sich den 1. Platz und wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Der 2. Platz ging an die Mannschaft vom Verein Powerlifting Lauchhammer.
Der Wettkampf hatte noch nicht einmal begonnen, da bahnte sich dieses Ergebnis schon an, denn Routinier Uwe Hofmann musste krankheitsbedingt absagen. Dadurch musste Nico Ruhland kurzfristig in die Bresche springen. Natürlich war es schwer für ihn, diese Lücke auszufüllen, da er sich eigentlich nicht im Wettkampftraining befand. Dennoch erkämpfte er mit 600 kg noch 381,86 Punkte, musste aber vor allem im Bankdrücken der fehlenden Trainingsroutine Tribut zollen. Noch schlimmer erwischte es Mannschaftskapitän Toralf Haaser, welcher sich gerade vor dem Heimpublikum viel vorgenommen hatte und in Top-Form an die Hantel ging. Doch dann der Schock für ihn und den KBV: Obwohl er alle drei Kniebeugeversuche mit 300 kg und 2x 305 sicher nach oben stemmte, wertete das Kampfgericht sie mit 2:1 ungültig, was niemand und vor allem er selbst jemals erwartet hatte. Damit war Toralf aus der Wertung und die drei in der zweiten Startgruppe folgenden Jens Gersdorf, Michael Hurtig und Hubert Wagner kamen mächtig unter Druck. Doch sie behielten die Nerven. Jens Gersdorf schaffte erstmals alle drei Einstiegsversuche und tankte neues Selbstvertrauen. Obwohl er am Ende die gezogenen 250 kg wegen eines kleinen Wacklers nicht gültig bekam, konnte er sich über 635 kg Dreikampfleistung und 413,45 Punkte freuen. Michael Hurtig hatte anfangs zwar mit kleinen technischen Problemen zu kämpfen, bewältigte diese aber und zeigte im Kreuzheben noch einmal Kampfgeist. Am Ende brachte er mit 640 kg im Total und 2 kg geringem Körpergewicht gegenüber Gersdorf noch 422,78 Punkte in die Wertung.
Alles überragender Mann des Tages war aber der Deutsche Meister Hubert Wagner, der seine persönlichen Bestwerte pulverisierte und mit 795 kg im Dreikampf und sensationellen 534,96 Punkten ein Achtungszeichen setzte. Nachdem der 82 kg schwere Niederkainaer in der Kniebeuge 285 kg erstmals bewältigt hatte, steigerte er seinen Bankdrückrekord erst auf 192,5 kg und im dritten Versuch auf 195 kg. Doch das absolute Highlight hob er sich für den Schluss des Tages auf. Er ließ die inoffizielle deutsche Rekordlast von 315 kg im Kreuzheben auflegen und zog unter großem Jubel den Eisenberg mit letzter Kraft nach oben. Die zweite Runde führt die KBV-Mannschaft am 25. Februar nach Köthen (Sachsen-Anhalt), wo mit etwas mehr Glück ein besseres Ergebnis eingefahren werden soll.
















