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Landesarchäologin eröffnet neue Ausstellung im Museum Bautzen

Von Pfeilspitzen und Ofenkacheln

Datum: 06.09.2016
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Mit einem Vortrag von Dr. Regina Smolnik vom Landesamt für Archäologie Sachsen wird am Freitag, dem 9. September 2016, um 19 Uhr, eine neue Sonderausstellung des Museums Bautzen eröffnet. Der Vortrag unter dem Titel „Bautzen archäologisch“ ist zugleich der offizielle Start für den diesjährigen „Tag des offenen Denkmals“ am 11. September. Die neue Sonderausstellung „Aus dem Bautzener Untergrund – Neues aus der Stadtarchäologie“ widmet sich bis Februar 2017 ausgewählten archäologischen Ausgrabungen im Bautzener Stadtgebiet seit 1993 und ihren wichtigsten Ergebnissen. Seitdem werden alle bodendenkmalpflegerischen Aktivitäten in Sachsen durch das Landesamt für Archäologie Sachsen zentral von Dresden aus koordiniert und durchgeführt. Somit wurde die Ausstellung allein durch eine enge und intensive Kooperation mit dem sächsischen Landesamt für Archäologie möglich.

 

Die Ausstellung gibt einige Einblicke in den denkmalreichen Untergrund der Stadt Bautzen. Dabei werden Funde gezeigt, die aus Ausgrabungen in der Ortenburg stammen oder dem Franziskanerkloster, aber auch aus zahlreichen Häusern und Grundstücken in verschiedenen Altstadtquartieren und aus der Töpferstraße, in der – nomen est omen – über viele Jahrhunderte in verschiedenen Häusern immer wieder Töpfer ansässig waren. In der Ausstellung wird Zeugen der spätmittelalterlichen und neuzeitlichen Sachkultur, die bei den Ausgrabungen zurück ans Tageslicht kamen, ein großer Raum gegeben. Haushaltsgeräte, darunter auch Eisenwaren wie Nägel, Beschlagbleche, Fenster- und Türzubehör, kommen ebenso vor wie Töpfe, Kannen, Ofenkacheln, Schmuck und vieles mehr. Auch Nahrungsmittelreste wurden ausgegraben und sind heute erhalten.

 

Die ständige Veränderung der städtischen Topographie kann anhand zahlreicher durch Ausgrabungen dokumentierter Planierungen nachgewiesen werden. Diese Veränderungen sind in der ganzen Stadt sichtbar und datieren in die Zeit zwischen etwa dem 12. und dem 20. Jahrhundert. Die Schichtpakete weisen darüber hinaus eine ganze Reihe von Spuren ehemaliger Besiedlung, in Form von Häusern aus verschiedenen Jahrhunderten und aus der Urgeschichte auf. Zur Ausstellung gehört ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen und Führungen. Weitere Informationen sind im Veranstaltungsflyer des Museums sowie unter www.museum-bautzen.de zu finden.

 

Bild 1: Grabungsfoto Bautzen, Kornstraße 10: gemauerte Latrine. © Landesamt für Archäologie Sachsen (Dr. Karin Sczech)

Bild 2: Männerkopf mit Hut. Irdenware, polychrom glasiert. 16.-17. Jh. © Landesamt für Archäologie Sachsen (Dr. Lutz Jansen)

Bild 3: Bautzen, Ortenburg: Pfeilspitzen. Knochen. 750 – 400 v. Chr. © Landesamt für Archäologie Sachsen

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