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Verstanden

Nachrichten

Zittau - meine Woche #4

Datum: 22.09.2022
Rubrik: Nachrichten

Und wieder ist eine Woche rum. Zwei Themen haben mich besonders bewegt. Viel Spaß beim lesen: Tag des offenen Denkmals - The Queen is dead.

Denkmalstag

Jedes Jahr aufs Neue bin ich überrascht darüber, mit welcher Begeisterung sich die Menschen alte Häuser angucken. Jedes kleine alte Eckchen Stuck wird mit oh und ah kommentiert. Am Tag des offenen Denkmals ist es in alten Gemäuern für einen Tag nicht dreckig und unordentlich sondern spannend und abenteuerlich und alles ist irgendwie wertvoll.

Auch ich bin immer wieder dabei. Schon zum dritten Mal habe ich in diesem Jahr die Besucherinnen und Besucher durch das Haus Mandauer Berg 11 geführt. Das letzte giebelständige, also mit dem prachtvollen Giebel zur Straße schauende Haus am Mandauer Berg wurde vom EMIL e.V., dem Jugendverein in dem ich zehn Jahre ehrenamtlich im Vorstand arbeiten durfte von der Wohnbaugesellschaft gepachtet und mit Städtebaumitteln notgesichert und wartet nun auf solidere Zeiten, um die Planung für ein kleines innerstädtisches Hostel anzugehen. Auch in diesem Jahr kamen uns viele Menschen besuchen, waren neugierig und fragten interessiert nach. In einer kleinen Rundgangspause sprach mich ein offensichtlich recht betagter Herr an und bat um eine kleine Führung.

Er stellte sich mir als Joachim Klötzer vor. Er sei 88 Jahre alt und in diesem Haus geboren. Bitte was? Das war ja unfassbar!

Joachim Klötzer ging mit mir durch alle Räume - nicht ich gab hier die Führung sondern er. In seinem Kinderzimmer, in dem er 1934 das Licht der Welt erblickte, durfte ich schließlich dieses Foto machen.

Ich glaube ich verstehe inzwischen etwas mehr, warum die Menschen so gern am Tag des offenen Denkmals durch ihre Städte gehen. So wird das alte, verstaubte, auf einmal wieder lebendig.

The Queen is dead

Als vor ein paar Tagen Königin Elisabeth II. im biblischen Alter von 96 Jahren starb, betraf das irgendwie die ganze Welt, machte eine kaum zu beziffernde Zahl an Menschen wenigstens ein wenig traurig. Wahrscheinlich gab es bis zum 8. September keinen Menschen auf der Erde, die noch bekannter war. Als sie Königin wurde, waren die beiden deutschen Staaten gerade einmal drei Jahre alt. “Ihr” erster Premierminister war noch Winston Churchill. Unvorstellbar.

“Grief is the price we pay for love.” hat die britische Königin nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in einer Trauerbotschaft an die Menschen in den USA geschrieben. In diesen Tagen war das Zitat wieder häufiger zu lesen und es hat mir Trost gespendet. Allerdings für einen ganz anderen Schmerz als ihn der Tod einer britischen Monarchin in mir auslösen kann. 

Gestern haben wir uns von unserer ganz eigenen kleinen Königin verabschieden müssen. Mit 15 Hundejahren vergleichsweise ähnlich alt wie Elisabeth II. war Lotti I. ähnlich rüstig bis ins hohe Alter, hat selten gejammert und das älter werden mit Würde getragen. Noch am Sonntag begegnete sie beim Spaziergang im Park den an ihren Leinen eskalierenden anderen Hunden mit völliger Ignoranz. Bis ganz zum Ende hat sie ihre Alterserscheinungen (“ach sie hört kaum noch was und die Augen lassen auch nach”) sehr elegant gegen ihre Untertanen (uns) ausgespielt - denn wenn es um Leckerlis oder weglaufende Katzen ging, sah sie plötzlich wieder ganz hervorragend und hörte, wenn sie verbotenerweise in den Nachbargarten verschwand, auf ein mal gaaaar nichts mehr…

Als wir gestern Abend, nachdem die unglaublich liebevolle Tierärztin sie von ihrem immer schmerzhafter werdenden offenen Krebsleiden erlöst hatte, noch lange an ihrem Grab saßen, kam uns wieder Elisabeth II. in den Sinn. Elisabeth und Lotti, die beiden alten Damen, sind jetzt in einer besseren Welt und rennen dort ohne Schmerzen und mit jugendlich-gelenkigen Knochen am Strand entlang. Eine Szene wie aus einem Monty Python Film… 

Nichts fehlt so sehr, wie unsere kleine graumelierte Königin. Gute Reise kleiner Wuffo.

Eine Kolumne von Kai Grebasch. Dem Autor können Sie bei Twitter, Instagram und Facebook folgen.

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