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Verstanden

Nachrichten

Zittau - meine Woche #12

Datum: 09.11.2022
Rubrik: Nachrichten

Sind die Lichter ausgeschaltet // Elon // Zwei rote Striche: meine Woche.

Am Montag Abend wurde die Stadt Zittau mit dem Sächsischen Förderpreis für Demokratie ausgezeichnet und zur „Kommune der Demokratie 2022“ gekürt. Und zwar, wenn wir mal ehrlich sind, für einen Akt der Hilflosigkeit. Als im vergangenen Jahr die Coronaproteste zunahmen, sich immer mehr Menschen entgegen der Regeln der Schutzverordnungen und der Regeln des gesunden Menschenverstandes montags vor dem Rathaus versammelten, gab es wenig Spielraum für Gegenreaktionen.

Die Initiative #zittaugemeinsam, ein Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern, der sich gegen die Protestaktionen und für einen Zusammenhalt im Kampf gegen die Pandemie einsetzte, konnte nicht zur Gegendemonstration aufrufen. Menschenansammlungen sollten ja vermieden werden. Also stellten sich montags Einzelne mit Maske und Abstand den Wütenden entgegen. Mussten sich vieles anhören und es waren kaum Weihnachtswünsche darunter.

Um den Menschenaufläufen tatsächlich ein wahrnehmbares Zeichen entgegen zu setzen, musste etwas anderes her. Also entstand die Idee, immer am Montag Abend die sonst herrliche, von vielen Herrnhuter Sternen in Fenstern und an Hauseingängen dominierte Weihnachtsbeleuchtung in Zittau abzuschalten und so den Demonstrierenden zu zeigen, dass man nicht einverstanden, nicht ihrer Meinung ist. Daran hat sich auch die Stadtverwaltung beteiligt und Rathaus, Weihnachtsbaum, Museum und weitere markante Punkte ausgeschaltet.

Dass die Aktion nun als preiswürdig eingeschätzt wurde, ist bei der Freude über eine solche Auszeichnung dann doch auch bitter. In der Laudatio hieß es, die Stadtverwaltung erhalte den Preis. Das soll so nicht stehen bleiben und darum hat Oberbürgermeister Thomas Zenker gestern auch Akteure der BürgerInneninitiative mit nach Dresden genommen. Es ist ein Preis der Vernünftigen und der Mutigen - der Mehrheit unserer Stadt. #zittaugemeinsam

Vom Clubhouse zu Mastodon mit Elon

Es vergeht kein Tag ohne News von Elon. Seit Elon Musk das soziale Netzwerk Twitter gekauft hat, hören wir immer neue finster-schräge Nachrichten zur Zukunft des beliebten Kurznachrichtendienstes. Kommt The Donald zurück? Kostet der blaue Verifikationshaken bald Geld? Und die wohl wichtigste Frage aktuell: wo gehen denn alle hin, wenn Elon den angeschlagenen blauen Vogel zum endgültig braunen Vogel umbaut und Hass und Hetze und Polemik überhand nehmen?

Den Versuch, etwas neues zu schaffen, haben schon viele unternommen. Neueste Alternative für die vom neuen Twitter angeekelten NetzwerkdiskutiererInnen ist Mastodon. Ich halte mich durchaus für einen, wie sagt man so schön, internetaffinen Menschen, aber ich verstehe einfach nicht, was Mastodon sein will. Außer ein DSGVO konformes, dezentral angelegtes Netzwerk für alle, die Diskussionen eigentlich hassen und möglichst alleine sein wollen. Gut, vielleicht habe ich mich noch nicht tief genug damit beschäftigt, aber will ich ein neues Netzwerk, für das ich ein Studium brauche bevor ich es nutzen kann? Wenn ich neugierig in ein neues Netzwerk gucke und nach einer halben Stunde ratlos wieder weg gehe und den Besuch einen Tag später schon vergessen habe, dann werden wir selten Freunde, das neue Netz und ich. Das muss nichts heißen, bei facebook habe ich mich damals auch angemeldet als MySpace noch „das Ding“ im Netz war und als ich nach zwei Jahren da mal wieder rein guckte, war die Welt auf einmal eine andere…. Es kann aber eben auch der Clubhouse Effekt einsetzen (erinnert sich noch jemand?) und Donald Trump will auch zurück zu Twitter, weil sein Truth Social Netzwerk eher wenig Reichweite erzielt. Nur weil plötzlich alle auf den Kurzvideo-Zug aufspringen und „Stories“ und „Reels“ einführen, hören die Leute nicht auf das Original zu nutzen. Und es ist ihnen dabei egal, dass ihr geliebtes TikTok aus China kommt und zensiert was das Zeug hält und mit den persönlichen Daten was auch immer anstellt.

Kennt eigentlich jemand ein relevantes europäisches Netzwerk? Oder gar ein deutsches? In Deutschland diskutieren wir derweil, ob öffentliche Einrichtungen, Behörden und Kommunen eigene Facebook-Profile haben dürfen. Wegen Datenschutz und so. Wir rennen den NutzerInnen hinterher, die den Anbietern hinterherlaufen. Ich denke, ein einzelnes Land wird der Entwicklung längst nicht mehr Herr. Die EU ist gefragt. Wenn ich mir den Zirkus um Twitter und die Metas und Googles so ansehe, verstehe ich immer mehr, dass es einen rechtlichen Rahmen für das alles geben muss. Die EU muss hier endlich aktiv werden. Verzichten will ich nämlich auch nicht mehr auf den digitalen Diskussionraum. Bin gespannt, in welchem Netzwerk wir mal tatsächlich daten- und hatespeech-sicher diskutieren. (Und mal sehen, ob das dann auch noch Spaß macht.)

Zwei rote Striche

Na herrlich. Nun hat es mich also doch noch erwischt. Der Hals kratzte leicht heute Morgen, also lieber auf Arbeit gleich einen Test gemacht. Und siehe da… Positiv. Trotz Impfung, trotz Vorsicht. Ähm… naja, also trotz Impfung. Klar war ich vorsichtig, aber aktuell ist das Virus gerade wieder überall und einmal nicht vorsichtig sein im falschen Moment, reicht schon aus… Mal sehen, ob es bei mir beim Kratzen im Hals bleibt. Drückt mir die Daumen. Und bleibt vorsichtig und gesund.

Eine Kolumne von Kai Grebasch. Dem Autor können Sie bei Twitter, Instagram und Facebook folgen.

 

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